Vaterland: TGI verlässt Liechtenstein — Verträge per 31. Juli beendet
Laut dem Liechtensteiner Vaterland kündigte TGI-Inhaber Helmut Kaltenegger in einem Zoom-Call mit knapp 3000 Teilnehmern an, die Geschäftstätigkeit der TGI AG per 31. Juli 2026 zu beenden: Auszahlung oder Übertrag zur Trust Gold International auf Mauritius.
— Das Liechtensteiner Vaterland (vaterland.li, Abo-Artikel von Daniel Bargetze) berichtet über eine Videokonferenz, in der TGI-Inhaber Helmut Kaltenegger den Rückzug der TGI AG aus Liechtenstein ankündigte. Wir fassen die Darstellung des Vaterlands zusammen („laut Vaterland“); sie ist von uns nicht unabhängig überprüft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Was angekündigt wurde
- An der Zoom-Konferenz am Mittwochabend nahmen laut Vaterland knapp 3000 Personen teil.
- Die TGI werde per 31. Juli 2026 „weggehen“; die Aktiengesellschaft werde liquidiert. Kaltenegger machte laut Bericht die Behörden und Medien dafür verantwortlich. Die Liechtensteiner Behörden habe er informiert.
- Alle Verträge würden zum 31.07.2026 aufgelöst. Kunden könnten eine Auszahlung wählen und erhielten das Geld nach sechs bis acht Wochen. Von einer Goldlieferung sei laut Vaterland nicht die Rede gewesen.
- Laut Vaterland werde offenbar ein für den Kunden nachteiliger Betrag ausgezahlt; ein Kunde habe im Call vorgerechnet, ihm entgingen dadurch 700 000 Euro.
Alternative: Übertrag zur „Trust Gold International“
Alternativ könnten Kunden einen Übertrag zur Trust Gold International (Mauritius) wählen. Laut Vaterland beschrieb Kaltenegger sie als regulierte „Full Service Lizenzfirma“, die auch Wertpapierhandel betreiben und Bankkonten anbieten dürfe; das Vaterland schliesst aus seinen Aussagen, dass er ein bestehendes Unternehmen mit Lizenzen gekauft habe. Grundsätzlich gehe es wieder um verzögert gelieferte Goldbestellungen mit drei bis vier Prozent „Rabatt“ pro Monat, dazu ein Umsatzbeteiligungsmodell mit zehn „World Pools“ (je 0,2 % des „kumulierten weltweiten Umsatzes“). In 25 Ländern, darunter die USA, Kanada und China, werde das Angebot nicht erhältlich sein.
Ein zwischenzeitlich geplanter Umzug nach Dubai („TGI International“) sei laut Bericht gescheitert; Kaltenegger sprach von nicht eingehaltenen Vereinbarungen und Geldern, die „woandershin“ geflossen seien.
Update 31. Juli 2026: Stellungnahme der TGI
Laut Vaterland legt die TGI AG Wert auf folgende Feststellungen: Sämtliche Kundenverträge würden zum 31.07.2026 beendet und ausbezahlt; die eingekauften Grammaturen würden zum tagesaktuellen Goldkurs rückgekauft; Kunden erhielten auch ihre Rabatte, Boni und Provisionen, die im Backoffice zur Auszahlung bereitgestellt würden. In jedem Fall würden sämtliche Kunden ausbezahlt; ein Wiedereinstieg in Produkte der Trust Gold International sei danach möglich.
Die Einstellung des Geschäftsbetriebs erfolgt laut Vaterland, nachdem die Staatsanwaltschaft eine Hausdurchsuchung angeordnet hatte und wegen schweren Betrugs und Verdachts auf Geldwäscherei Vorerhebungen führt; es sei davon auszugehen, dass dieses Verfahren trotz Einstellung weitergehe.
Was Anleger jetzt tun können
- Backoffice-Abrechnung sichern (Screenshot/PDF mit Datum): Feingoldbarren, Abrechnungswert, Auszahlungsbetrag, Gutschriften.
- Berechnung prüfen: Entspricht der Abrechnungswert dem, was Ihnen nach Vertrag, Einzahlungen und Goldpreis zusteht? Abweichungen schriftlich beanstanden.
- Keinen Übertrag zur Trust Gold International bestätigen, ohne die Bedingungen (Recht Mauritius, Lieferfristen, ausgeschlossene Länder) und Ihre Rechte prüfen zu lassen. Die Stiftung Warentest stuft das Angebot als Fall für ihre Warnliste ein.
Kostenlose Erstprüfung anfordern → · TGI Rückforderung → · News/APA 03.08.2026 →
Quelle: Daniel Bargetze, Vaterland — Goldhändler TGI verlässt Liechtenstein (29.07.2026, Update 31.07.2026; Abo-Artikel). Zusammenfassung der Berichterstattung bzw. der amtlichen Mitteilung; keine Rechtsberatung. Angaben Dritter wurden von uns nicht unabhängig überprüft.